Baseler Lebkuchen.

Aus: Österreichische Mehlspeisenküche (1914), 304

Herkunftsbezeichnung(en): Basel

Originalrezept:

4 ganze Eier werden mit 500 g Farinzucker sehr schaumig gerührt. Dann kommen 125 g geschälte, fein gewiegte Mandeln, wovon man die Hälfte in einem flachen Tiegel gelb röstet, 75 g Orangeat und etwas Zitronat, 4 Messerspitzen Zimt, 2 Messerspitzen Nelken, etwas gestoßene Cardamomen und die abgeriebene Schale einer halben Zitrone dazu, und wird dieses zusammen gut durcheinandergerührt. 340 g feines, trockenes Mehl wird nach und nach daruntergemengt, auf dem Nudelbrett zu einem Teig geknetet und einige Stunden stehen gelassen. Die Masse wird mit dem Nudelholz fingerdick ausgedreht, und mit dem Kuchenrädchen oder Messer werden länglich-viereckige Stückchen geschnitten. Ein Backblech wird mit Wachs bestrichen, die Lebkuchen nicht zu nahe aneinander daraufgelegt und sehr langsam bei mäßiger Hitze gebacken. Will man sie glasieren, wodurch sie ein schönes Aussehen bekommen, schlägt man 1 Eiweiß zu Schnee, rührt es mit 125 g Staubzucker 15 Minuten lang, gibt einige Tropfen Zitronensaft dazu und bestreicht sie ganz dünn mit einem Pinsel mit dieser Glasur. Man läßt sie über Nacht trocknen oder gibt sie 10 Minuten lang zu diesem Zweck ins warme Rohr. Es schadet diesem Teig auch nichts, wenn er am Abend vorher gemacht und erst am andern Tag gebacken wird. Auf jeden Lebkuchen legt man vor dem Backen eine halbe Mandel.

Transkription:

Julian Bernauer

Zitierempfehlung:
Julian Bernauer (Transkription): "Baseler Lebkuchen.", in: Österreichische Mehlspeisenküche (1914), 304,
online unter: https://www.historische-esskultur.at/rezeptforschung/?rdb_rezepte=baseler-lebkuchen (12.06.2024).

Datenbankeintrag erstellt von Julian Bernauer.


In folgendem Projekt erschlossen: ATCZ kulinarisch (2022)